Schulbeschreibung


Ein besonderer Ort zum Leben - Lernen


Die Eichenäcker-Schule Dornstetten, das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (SBBZ), versteht sich als ein Ort des Leben - Lernens für Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Förder- und Betreuungsbedarf, deren Eltern und für Lehrerinnen und Lehrer.


Die offiziell noch als Kreissonderschule des Landkreises Freudenstadt bezeichnete Schule besteht seit 1984 in dem Gebäude der Zeppelinstr. 13 – 15 in Dornstetten und startete damals unter dem Namen Wilhelm-Hofmann-Schule ihren Betrieb. Die Jahre vorher bestand die Schule der Lebenshilfe in improvisierten Räumlichkeiten im evangelischen Gemeindezentrum Ringhof in Freudenstadt und im ehemaligen Gasthaus Pflug in Dietersweiler, bis dann mit dem Neubau in Dornstetten die Wilhelm-Hofmann-Schule ins Leben gerufen wurde. Damit übernahm der Landkreis Freudenstadt die Verantwortung für die Beschulung bis dahin wenig beschulter Kinder und Jugendlicher im gesamte Kreis, der den Altkreis Horb mit abdeckt.


Der damalige Namensgeber, Professor Wilhelm Hofmann kam im Jahr 2010 in die Schlagzeilen, da er mit seiner Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus keine eindeutige Gegenposition dazu bezogen hatte und Funktionsträger war. Als Folge dieser neuen Erkenntnisse hat der Schulträger die Schule damit beauftragt, sich einen neuen Namen zu suchen. Dabei wurde der Name eines angrenzenden Gewanns ausgewählt. Die Eiche steht als nachhaltiger Baum, für Konstanz und Sicherheit, der Acker als ein Inbegriff für Wachstum und unterschiedliche Anbaumöglichkeiten, wie es auch bei Kindern und Jugendlichen immer wieder verschiedene und unterschiedliche Heranwachsmöglichkeiten gibt. Somit konnte mit der neuen Namensgebung ein inhaltlicher Aspekt thematisiert und diese Veränderung im Nachhinein positiv besetzt werden. Seit September 2011 heißt die Schule Eichenäcker-Schule Dornstetten.


Die Eichenäcker- Schule deckt als Schulbezirk den westlichen Landkreis Freudenstadt ab, nachdem im Zuge der Schulentwicklung die Pestalozzischule in Horb a.N. in gleichem Maße den östlichen Teil abdeckt. Bei der Gründung der Schule bestand die Werkstufe noch als gemeinsame Stufe mit der Schule in Horb und auch der Schulbezirk war größer als in Horb. Nun sind beide Schulen gleichermaßen für den jeweils ihrigen Schulbezirk zuständig.


Wurde die Eichenäcker- Schule Dornstetten zunächst für einen zweigruppigen Schulkindergarten und eine Schülerzahl von 64 konzipiert, so ist der Schulkindergarten mittlerweile auf drei Gruppen bei einer maximalen Belegung mit jeweils fünf Kindern und die Schule auf eine Schülerzahl von ca. 80 Schülerinnen und Schülern bei nunmehr 14 Gruppen angewachsen. Mit der Einrichtung einer BVE (Berufsvorbereitenden Einrichtung) an der Berufsschule in Freudenstadt wird durch die Kooperation mit der Heinrich-Schickhardt-Schule und der Luise-Büchner-Schule als Berufsschulen und mit der Christophorus-Schule Freudenstadt als Sonderschule auch im Bereich der beruflichen Eingliederung ein wichtiger Schritt zur Teilhabe von Jugendlichen geleistet.


Außerdem ist an der Schule eine Sonderpädagogische Beratungsstelle für Kinder im Vorschulalter angegliedert, die im Mittel zwischen 30 und 40 Kinder pro Schuljahr betreut. Deren Konzeption basiert auf den Rahmenrichtlinien des Landes Baden– Württemberg für die Frühförderung.


Die schulrechtliche Grundlage für die Schulorganisation ist das Schulgesetz sowie der Bildungsplan Baden- Württemberg für Schulen für Geistigbehinderte, der seit dem Schuljahr 2009/2010 verbindlich neu implementiert wird. Seit dem Wechsel der Schulleitung im Jahre 1995 wurde ein interner Schulentwicklungsprozess in Gang gesetzt, der als erste Ergebnisse eine Grundkonzeption geformt hat, die inhaltlich im neuen Bildungsplan starke Berührungspunkte findet. Die Schule befindet sich in einem stetigen Entwicklungsprozess, bei dem sie als Kompetenz und Beratungszentrum die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf und deren Eltern sowie schulischer Belange in den Mittelpunkt eines dialogischen Miteinanders stellt. Bei aller Dynamik in diesem Prozess soll die Nachhaltigkeit der Erziehungs- und Bildungsziele fester Orientierungsrahmen sein.


Mit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes in Baden- Württemberg am 01.08.2015 wurde die Beratungskompetenz neben der ursächlichen Aufgabe als Schule gestärkt, um mit der an der Schule lang entwickelten und vorhandenen Kompetenz der sonderpädagogischen Förderung von Kindern und Jugendlichen in die nun rechtlich möglichen inklusiven Bildungsangeboten einbringen zu können. In der genauen Bezeichnung wird dem durch den Begriff des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Rechnung getragen.


Mit der Einweihung des neuen Anbaus im Oktober 2007 wurden die in den letzten Jahren beengten Raumverhältnisse entspannter und gleichzeitig das bestehende Ganztagesangebot mit den entsprechenden Zusatzräumen qualitativ ergänzt. Die neue Aula als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte und Mensa, die Fachräume wie Theaterzimmer, Leseraum, Bibliothek, Textilwerkstatt und Malatelier werden seither intensiv genutzt und haben die ersten Veränderungsprozesse im Schulprofil ausgebildet. Das Internetcafé hat durch die neu installierte sonderpädagogische Lehr- und Lernwerkstatt eine neue und erweiterte Funktion bekommen. Diese Veränderungen wurden durch die gute Gesamtausstattung der Schule durch den Schulträger, den Landkreis Freudenstadt, erst möglich. Zudem ist auch die Lebenshilfe Freudenstadt durch ihre Arbeit als Förderverein der Schule im besonderen Maße daran beteiligt. Sie ermöglicht die außergewöhnlichen Dinge, die das Leben lernen an der Schule so einfordert.

Dornstetten, Februar 2016

Peter Billmaier, SR