Präsenzunterricht unter Corona-Bedingungen läuft

Schnelltests

Jede Woche ein Schnelltest auf dem Stundenplan. Geänderte Anfangszeiten.

Während im Land noch heftig über die Öffnung von Schulen diskutiert wird, haben im Kreis Freudenstadt drei Schulen bereits seit 14 Tagen ihren Präsenzunterricht wieder aufgenommen.

Die Schulen selbst haben bereits verschiedene Schutzmaßnahmen in die Wege geleitet. Dazu zählen unter anderem geänderte Wegeführungen, konstante Zusammensetzungen der Lern-gruppen sowie versetzte Ankunfts-, Pausen- und Abholzeiten.

Lehrer sehen keine Alternative

Unstrittig für alle Beteiligten sei gewesen, dass Präsenzunterricht für Kinder mit Behinderungen nicht zu ersetzen sei. Gleichzeitig wachse die Belastung besonders in den Familien dieser Kinder. Auch ständen den Familien wichtige Entlastungsangebote wegen der Pandemie seit Monaten nicht zur Verfügung. Daher sei ein geregeltes und verlässliches Schulangebot für die Familien eine große Hilfe.

Den Eltern ist die Teilnahme ihrer Kinder am Präsenzunterricht freigestellt. So besteht immer die Möglichkeit, besonders gefährdete Kinder zu Hause zu betreuen und so vor Infektionen zu schützen.

An der Eichenäcker-Schule hat Peter Billmaier – nach Abstimmung mit dem Schulträger – Schnelltests organisiert. Das Landratsamt habe eine ausreichende Menge Schnelltests beschafft. Wolfgang von Meißner, der zuständige Arzt im Abstrichzentrum Baiersbronn, wies zwei Betreuungskräfte an der Schule, Stefanie Graf und Carola Sinz, beide ausgebildete Krankenschwestern, in die Handhabung der Tests ein.

Alle Eltern haben einen Brief erhalten mit der Bitte um eine Einverständniserklärung. Das Testen ist freiwillig, niemand wird dazu gezwungen. In einem rollierenden System werden alle Kinder und Lehrer wöchentlich getestet. Bisher gab es nur einen Verdachtsfall, der sich aber als Fehlalarm erwies.

Kindern fehlt der Kontakt untereinander

Abstand zu halten, sei an der Eichenäcker-Schule wegen der geringen Klassengröße kein Problem. Doch den Kindern fehle der Kontakt untereinander und zu den Lehrern. An der Eichenäcker-Schule sei es üblich, ein Kind an der Hand zu nehmen oder ihm die Hand zu führen. Das alles fehle nun, so Billmaier.

Ebenso fehle es, die Mimik zu sehen, die seit Monaten hinter Masken verschwinde. Schon seit Oktober verfüge die Schule allerdings über einheitliche Masken mit dem eigenen Logo. Die Schüler seien von diesem einheitlichen Mund-Nasen-Schutz begeistert und würden ihn erstaunlich diszipliniert tragen.

Stolz ist Billmaier auf die digitale Ausstattung seiner Schule. Der Medienentwicklungsplan sei schon lange genehmigt, und die ersten Endgeräte seien bereits angeschafft. In jedem Klassenzimmer gebe es Internet­anschluss. Schon lange hätten alle Lehrer eine eigene E-Mail-Adresse. Und eine Schulcloud diene als Kommunikationsplattform zwischen Lehrern, Eltern und Schülern.

Was sich allerdings als mögliche Gefahr herausstellen könnte, seien die Pausen. Besonders die lange Mittagspause, und die Angebote am Nachmittag. Gerade in diesen Pausen sei eigentlich ein Durchmischen der Gruppen vorgesehen, um das soziale Miteinander zu pflegen und soziale Lernanlässe zu bieten. Viele freizeitorientierte Angebote wie Schwimmen, Sport oder Projektarbeit könnten derzeit wegen der vorgeschriebenen Kontaktreduzierung nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Die Schule habe sich deshalb nach Absprache mit dem Schulträger und dem Schulamt entschlossen, ab dieser Woche die Schulzeiten zu reduzieren. Schulbeginn ist um 8.30 Uhr, von Montag bis Donnerstag ist um 13.30 Uhr Schulschluss, am Freitag bereits um 11.50 Uhr.

Unterstützung bei der Betreuung

Wenn Eltern dadurch zusätzlichen Betreuungsbedarf für ihre Kinder haben, können sie sich an die Lebenshilfe Freudenstadt wenden. Dort besteht die Möglichkeit der Einzelbetreuung.

Er sei dem Landratsamt für die Unterstützung dankbar, sagte Billmaier. Denn von dort aus werde der Bring- und Abholverkehr an die neuen Zeiten angepasst. Alle Eltern seien über die neuen Schulzeiten rechtzeitig informiert worden.

Sie sollen maximal bis zu den Osterferien gelten. Billmaier hofft aber darauf, möglichst schon früher wieder in den Normalbetrieb zurückkehren zu können.

Dabei handelt es sich um drei Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) im Kreis, die Pestalozzischule in Horb sowie die Dreifürstensteinschule und die Eichenäcker-Schule in Dornstetten. Wie der Präsenzunterricht unter Corona-Bedingungen läuft, darüber gab Peter Billmaier, der Rektor der Eichenäcker-Schule, unserer Zeitung Auskunft.

Während im Privatbereich die Einschränkungen immer größer werden und nahezu alle Schulen geschlossen bleiben, wurden die SBBZ ohne Vorgaben und ohne weitere Unterstützung nach den Weihnachtsferien wieder geöffnet. Anfang Januar hatten sich deshalb die Lehrer der SBBZ mit Unterstützung der Gewerkschaften an das Kultusministerium gewandt, um die Sorge des Personals vor Ansteckung von Lehrern und Schülern zum Ausdruck zu bringen.

Die Lehrer forderten ausreichend Schutzausrüstung und eine flexible Handhabung bei der Schülerbeförderung, bei der die Kohorten, die extra dafür gebildet wurden, berücksichtigt werden.